Kartenvorverkauf




Der englische Komponist James Whitbourn (*1963) ist Leiter des Choral Institute in Oxford und vor allem bekannt für seine Chorkompositionen. 2004 schrieb er „Annelies“, sein bisher größtes Werk. Dieses nicht näher bezeichnete Stück ist eine Art Chor-Oratorium, dessen Libretto Melanie Challenger aus Texten des Tagebuches von Anne Frank zusammengestellt und ins Englische übersetzt hat.

Nach seiner Uraufführung 2005 in London mit dem Royal Philharmonic Orchestra und dem Chor des Claire College Cambridge, erstellte Whitbourn eine zweite Fassung des Stückes in einer Kammerversion für Klaviertrio, Klarinette und Sopran Solo. Eine Einspielung dieser Version wurde 2014 für einen Grammy nominiert.

Seine Musik ist traditionell und eingängig ohne die Ernsthaftigkeit des Themas außer Acht zu lassen. Er schreibt in einem spätromantischen, impressionistischen Stil und mischt diesen mit Anklängen an jüdische Tanzmusik. Für seine Komposition verbrachte Whitbourn einige Zeit in der Wohnung der Franks in Amsterdam und lies sich von den Geräuschen der Umgebung inspirieren. Die Geschichte der Anne Frank wird in mehreren eindringlichen Episoden von der Ankunft in Amsterdam bis zum Einmarsch der Alliierten in der Normandie und der Deportation ins Konzentrationslager erzählt. Dabei greift Whitbourn auch auf Psalmtexte der Bibel zurück und verarbeitet das alte deutsche Volkslied „Der Winter ist vergangen“, das hier als Sinnbild für Schönheit, Abschied und Hoffnung gedeutet werden kann.
In der Solopartie für eine Sopranstimme spricht Anne Frank selbst.

Der Motettenchor Frankfurt singt dieses Stück in der Kammerversion gemeinsam mit internationalen Musikern wie dem Pianisten Andrea Capecci und dem Cellisten Misha Belsky. Die Titelpartie singt die Sopranistin Bernadette Schäfer.






© 2017 motettenchor frankfurt